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Hundekot sorgt für Ärger

Zu den Top Ten des Aberglaubens in Deutschland zählt die Aussage, es brächte Glück in einen Hundehaufen zu treten. Es gibt dazu keine evidenzbasierten Studien. Aber menschliche Erfahrungsberichte darüber beteuern eindeutig: „Nein!“ Nicht mal ein bisschen Glück soll sich einstellen, wenn es passiert. Stattdessen Ärger beim Betroffenen, ausgedrückt durch lautes Fluchen über Hundehalter. Zu Recht.

Erfreulicherweise haben Beschwerden über Hundehaufen auf Gehwegen in Münzenberg nachgelassen. Die meisten Hundehalter sammeln die braunen Hinterlassenschaften ordentlich auf. Teilweise in eigene Hundekotbeutel, teilweise in die von der Stadt Münzenberg kostenlos zur Verfügung gestellten Kot-Tüten. „Das ist eine positive Entwicklung“, so Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer.

Aber dann landen die gefüllten schwarzen Hundekotbeutel oft genug als „Dekoration“ am nächstgelegenen Gartenzaun oder an einem in der Nähe stehenden Busch. Die betroffenen Grundstücksbesitzer sind zu Recht „stinksauer“. Die Rathaus-Chefin appelliert an die Hundebesitzer, die Hundekotbeutel ordnungsgemäß in der heimischen Restmülltonne zu entsorgen – oder die dafür vorgesehenen Hundekotbehälter oder Abfalleimer zu nutzen.

Ganz anders sieht hingegen die Haufen-Lage entlang beliebter Hunde-Runden-Wegstrecken in der Münzenberger Gemarkung aus. Hier kümmern sich Hundehalter leider noch zu selten um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner, wenn diese über Felder und Wiesen streifen. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die gleichen Herrchen und Frauchen die Haufen ihrer Tiere auf einem Bürgersteig oftmals artig beseitigen. Dieser eingeübte Reflex greift allerdings oft genug in der freien Wildbahn nicht. Hier gilt oft das Argument „Das ist ja Natur, das „vergeht“ ja!“. Das tut es zwar auch, aber es dauert seine Zeit. Hinzu kommt, dass in den vergangenen zwanzig Jahren sich die Zahl der angemeldeten Hunde in der Stadt Münzenberg fast verdreifacht hat und damit auch die Hinterlassenschaften der Vierbeiner. In manchen Bereichen ist es fast unmöglich einem entgegenkommenden Fahrzeug auszuweichen, ohne in einen Hundehaufen zu treten.

hinzu kommt, dass Hundekot auch eine Infektionsquelle für Krankheiten sein kann, die auf Wild- und Stalltiere übertragen werden können. Sorgen bereiten den Münzenberger Landwirten insbesondere die Krankheitserreger, die durch Hundekot auf Heu oder Silage zu den Hoftieren gelangen können. Wenn sie ihre Wiesen mähen, um Futter zu gewinnen, bleibt der Kot am Futter hängen. Neben der Erkrankungsgefahr, die das für das Vieh bedeutet, wird das Futter auch schlicht und ergreifend nicht gefressen, wenn es stinkt.

Die tierischen Tretminen sind nicht nur ekelig, sie stellen auch ein Hygiene-Problem dar, denn sie verunreinigen nicht nur das Futter sondern auch Lebensmittel. Der Kot enthält Keime, die Lebensmittel wie Getreide, Obst und Gemüse belasten können. Die Vorstellung, dass bei der Verarbeitung von Getreide zu Brot oder Bier haufenweise Hundekot als „Beifang“ unsichtbar mit auf der Zutatenliste steht, ist für jeden der darüber nachdenkt schlicht und ergreifend unappetitlich.

„Lassen Sie auch außerhalb des Stadtgebiets die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge nicht einfach liegen“, bittet Rathaus-Chefin Tammer. „Denken Sie beim Gang über die Felder daran: Nicht vergessen: Hier wächst Ihr Essen!“

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